Bereits der Titel des Buches „Die Rekonstruktion der ägyptischen Pyramiden“ soll darauf hinweisen, wie der Autor an die Problematik des Pyramidenbaues herangegangen ist.

Oft ist das Wissen, wie in der Vergangenheit etwas gebaut oder hergestellt wurde nicht mehr da, es ist sozusagen verloren gegangen. Einer der Wege, um herauszufinden wie unsere Vorfahren vorgegangen sind, ist der Versuch, eine Rekonstruktion herzuleiten (Rekonstruktionen sind auf vielen Gebieten nützlich, um zu Erkenntnissen zu gelangen).

Beim Pyramidenbau geht es in erster Linie um die Frage, wie die Steinblöcke in die Höhe gebracht wurden. Dazu ist es notwendig, die technischen Möglichkeiten der Menschen dieser Zeit und Region festzustellen und herauszufinden, welche davon zur Lösung des Problems geeignet sind. Manchmal ist es auch vorteilhaft zu wissen, welche Möglichkeiten es nicht gab. Ein solches Beispiel ist das Rad. Nach dem jetzigen Wissensstand kann man davon ausgehen, dass das Rad als technisches Hilfsmittel noch nicht zur Verfügung stand und damit auch keine Werkzeuge oder Maschinen, um Wind- und Wasserkraft zu nutzen.

Gesicherte Hilfsmittel, die vor ca. 4500 Jahren beim Bau der Cheops-Pyramide zur Verfügung standen, sind Schlitten und Seile mit deren Hilfe Lasten transportiert werden konnten.

Je nach Last und Reibungsverhältnissen zwischen Schlittenkufen und Untergrund wurde die Anzahl der ziehenden Männer (evtl. auch Frauen?) variiert.

Wie man auf dem auf der Startseite dargestellten Relief erkennen kann, waren sich die Bauleute damals schon der Bedeutung der Reibung bewusst, wie man an der Person sehen kann, die ein Schmiermittel vor die Kufen des Schlittens gießt.

Ein weiteres gesichertes Hilfsmittel ist der bei der Cheops-Pyramide gefundene „Rillenstein“. Das Loch im Schaft des Steines legt nahe, dass er mit Hilfe eines Bolzens in einem Lagerbock fixiert war. Dieser Rillenstein - für ein bis drei Seile – bietet die Möglichkeit Zugkräfte umzulenken, was z.B. für einen Richtungswechsel oder bei räumlicher Enge von Vorteil war......

Da keine Art von künstlich erzeugter Kraft zur Verfügung stand, blieb den Baumeistern nichts anderes übrig, als sich auf die eigene menschliche Kraft und den unerschöpflichen Erfindungsgeist zu verlassen.

Es sind also folgende Voraussetzungen zur Rekonstruktion gegeben:

  • das sind die Schlitten als Transportmittel für die Steinblöcke,

  • die Seile zur Übertragung der Zugkraft,

  • die Rillensteine zur Führung und Umlenkung der Seile,

  • sowie die Muskelkraft von Mensch und evtl. Tier

  • und der menschliche Erfindungsgeist.

Der alles entscheidende Gedanke war, die Schwerkraft zu nutzen. Es muss eine Art Geistesblitz gewesen sein, auf die Idee zu kommen, die menschliche Muskelkraft in Form von Gewichten in der Höhe zu sammeln und dort zu speichern, wie z.B. in einer Autobatterie.

 

Nachdem dieser Gedanke Fuß gefasst hatte, mussten technisch und handwerklich realisierbare Ansätze für die praktische Umsetzung gefunden werden.

Die naheliegendste Lösung war vermutlich, zwei Schlitten mit einem Seil zu verbinden, auf dem einen Schlitten am Fuße der Pyramide den Steinblock zu lagern und auf der gegenüberliegenden Seite die Gewichte in einem Ballastbehälter zu sammeln

Auf der einen Seite läuft der Ballast nach unten und zieht den Steinblock auf der anderen Seite nach oben. Dazu mussten für die Schlitten Gleitbahnen geschaffen werden, d.h. die stufigen Pyramidenflanken mussten in glatte schiefe Ebenen umgestaltet werden.

Vielleicht hängt die Form der Pyramiden mit ihren vier ebenen Seiten auch mit dieser Bauweise zusammen, da dadurch ideale Laufbahnen für die Schlitten entstehen.

Es waren noch viele Probleme zu überwinden bis der erste Steinblock oben angekommen war. Der eine oder andere Lösungsansatz mußte wieder verworfen werden, nachdem Versuch und Irrtum andere Lösungen notwendig machten. Im Buch wird beschrieben wie alles funktioniert und ineinandergreift und damit einen regelmäßigen Betrieb der Baustelle ermöglicht.  Über neunzig Zeichnungen, sowie Kräfte- und Festigkeitsberechnungen belegen die Durchführbarkeit dieser Baumethode. Ein Funktionsmodell zeigt im Videofilm die Bewegungsabläufe der Aufzüge.